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Bräugasthof Kriechbaum
Die Geschichte eines altehrwürdigen Hauses

Die altehrwürdige Geschichte des traditionsreichen Bräugasthofes Kriechbaum lässt sich beinahe ein halbes Jahrtausend zurückverfolgen.

Im Jahr 1527 gehörte die „Obere Tafern zu Laochen“ grundherrschaftlich zum
salzburgischen Pfleggericht Mattsee.

Im Jahr 1603 protestierte der bayerische Herzog Maximilian I. heftig gegen die Errichtung einer Brauerei in Lochen. Der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau erteilte dennoch die Genehmigung und der Grundstein für eine über 300jährige Brautradition war gelegt. Noch heute erinnert die Bezeichnung als „Bräugasthof“ an diese Zeit.

1740 wurde dem Bräuer Joseph Tuschl verboten, in Bayern Gerste zu kaufen. Zur Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges versah man alle Salzburger Häuser in Lochen mit Tafeln mit der Aufschrift „Salzburgisch“. Dies sollte Übergriffe österreichischer und anderer feindlicher Soldaten gegenüber den Salzburger Untertanen verhindern.

1750 erging von bayerischer Seite ein Biertrinkverbot für bayerische Untertanen in
salzburgischen Wirtshäusern.

1754 wurde in Salzburg eine Handwerks Ordnung der Bierbräuer und Malzer und Landmeister erlassen. Beim Bräuer zu Lochen wurde auch das Hochzeitenhalten zu dieser Zeit neu geregelt.

Am 15. Dezember 1756 hatte eine Feuers Brunst den Heystadl, Then und Kühstall in die Aschen gelegt. Zum Glück konnten das neu erbauthe Würthshaus und der hochfürstliche Zechendstadl annoch eröttet [errettet] werden.

1760 verkündete der bayerische Amtmann in Lochen und Berndorf, dass bayerische Untertanen in einem salzburgischen Wirtshaus weder spielen noch zechen dürften. Ein Verstoß würde mit zehn bis zwanzig Rutenhieben bestraft.

1789 fiel die bisher zum Stift Matsee gehörige Pfarre Lochen an die Diözese Linz.

Von 1810 bis 1816 fielen ein Großteil des ehemaligen Erzstiftes Salzburg, das Inn- und Teile des Hausruckviertels an Bayern. Im Jahr 1816 kam dieses Gebiet endgültig zu Österreich.

Felix Feichtner wird im Jahr 1868 als Besitzer der Lochener Brauerei genannt.

Franz Wenzl war Bräu um das Jahr 1910.

Im Jahr 1918 endete schließlich die über 300 Jahre währende Brautradition des
ehrwürdigen Hauses. Die Salzburger Stiegl-Brauerei beliefert seither die Gastwirtschaft. Im selben Jahr starb die „Bräuin“ Rosa Wenzl. Deren Tochter Rosa Wenzl war mit Kriechbaum Josef verehelicht, welcher 1972 verstarb.

Der Sohn Johann Kriechbaum übernahm im Jahr 1964 den elterlichen Betrieb und nahm die Umbauten zu einem Beherbergungsbetrieb vor.

Seit 1997 leitet nun Sohn Johann Kriechbaum den Familienbetrieb.

Zur Erinnerung an das einstige „Lochener Bier“ braut der heutige Besitzer „Bräu Hans“ in der Stiegl-Brauerei ein eigenes Fastenbier.

 
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